EU-Vertragsverletzungsverfahren
Kompetenzkontrolle durch Nationalstaaten wird geschleift, nationale Souveränität wird abgeschafft
Liebe Leser,
Sie wissen: Ich bin ein Freund dessen, was man „Selbstregierung“ nennen könnte. Je näher, oder wie man heute sagt: je subsidiärer, eine Staatsmacht bei den Regierten ist, desto besser für die Regierten und für die Verantwortlichkeit der Regierenden. In einem EU-Superstaat wird es keine Subsidiarität mehr geben, und auch keine rechtsstaatliche Kontrolle – da die EU-Kommission im Moment gegenüber dem deutschen BVerfG klarstellt, dass sie keine Kontrolle durch die Verfassungsgerichte der Nationalstaaten akzeptiert und deshalb gegen Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren einleitet. Soll sich die Eurokratie dann selbst kontrollieren? Das BVerfG hatte nämlich im Mai 2020 die Anleihen-Aufkäufe der EZB im Widerspruch zur Bewertung des EuGH für „ultra vires“ erklärt – das sei keine Kompetenz der EZB. Jetzt kommt die Retourkutsche von Merkel-Freundin von der Leyens EU-Kommission an die Deutschen. Wie Deutschland jetzt die Pistole auf die Brust gesetzt wird – nämlich unser Recht (also unser Grundgesetz, samt der Befugnisse des BVerfG) passend zu machen, fasst die F.A.Z. am 9.6.2021 zusammen: „(…) Ein Sprecher der EU-Kommission nannte dieses (BVerfG)Urteil einen „gefährlichen Präzedenzfall“, der die „Einheitlichkeit des Unionsrechts bedrohen und den Weg zu einem Europa à la Carte eröffnen könnte“. „Das letzte Wort über EU-Recht wird immer in Luxemburg gesprochen“, sagte er weiter. Was die Kommission von der Bundesregierung erwartet, ließ sie am Mittwoch offen: „Es ist Sache des Mitgliedstaats, mögliche Lösungen zu benennen.“ Der Sprecher sagte auf Nachfrage, „letztlich könnte eine Änderung im deutschen Recht oder ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs eine wichtige klärende Rolle spielen“. Er deutete damit an, dass die Kommission eine Klage beim EuGH erwägt, wenn Deutschland die Bedenken der Kommission im vorgeschalteten Verfahren nicht ausräumt. (…).“ (Ferner eine treffende Äußerung Bernd Luckes in der F.A.Z. : https://www.faz.net/.../ezb-kritiker-gegen-bruessel-die...). Das Grundgesetz ist seit 1949 in der Welt, der Vertrag von Maastricht seit 1992, der Vertrag von Lissabon, die EU-Pseudoverfassung und bei uns keinem Volk zur Abstimmung vorgelegt, seit 2007. Übrigens: Die unbeugsamen Insel-Briten, stets gegenüber einer politischen Zentralisierung des Kontinents und drohender Fremdherrschaft misstrauisch (und darum Krieg gegen Napoleon und Hitler führend), sollten auch schikaniert werden, um keinen Präzedenzfall eines EU-Austritts zu schaffen. Dort aber hatte der Mehrheitswille die eigene Regierung hinter sich. Am 22.6.2021 durchleuchten (eine äußerst empfehlenswerte Lektüre: https://www.uni-marburg.de/.../d-h-k-m_faz-22-06-2021.pdf) die Professoren Degenhart, Horn, Kerber und Murswiek den Sachverhalt dieses sehr speziellen Vertragsverletzungsverfahrens (und dessen prinzipielle Folgen) gründlich und verständlich: Die EU will den EU-Bundesstaat über die Ober-Kompetenz des EuGH herbeizwingen. Eine (nationale) Kontrolle auf Kompetenzüberschreitungen der EU soll ein- für allemal rechtlich aus der Welt geschafft werden – es geht um eigenständige Kompetenzerweiterungen der EU OHNE den Auftrag der nationalen Volksvertretungen. Das ist eine Qualitätsänderung, nämlich von der von den nationalen Parlamenten für bestimmte Politikbereiche gegebenen sozusagen Einzelermächtigung für EU-Kompetenzen zu einer grundsätzlichen EU-Allgemein-Selbstermächtigung, im Verhältnis Brüssels zu den Mitgliedsstaaten, dem aber die „Ewigkeitsklausel“ nach Art. 79 Abs. 3 des Grundgesetzes entgegensteht. Der (Verfassungs)Konflikt wäre nach Darstellung der vier Autoren-Professoren nur über eine neue Verfassung für Deutschland zu lösen, „über die allein der Souverän, das Volk, zu entscheiden befugt wäre.“ (Wer es kommentiert dargestellt haben möchte, dem seien folgende Beiträge in der Internet-Datenbank „juris“ empfohlen: „Vorrang des EU-Rechts: Kommission leitet Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland ein“, „Die Kompetenzkontrolle der EU - einer muss es ja machen“, „Brüssel startet Verfahren gegen Deutschland wegen EZB-Urteils“ (aus beck-aktuell). Es ist eigentlich erstaunlich, in welchem Ausmaß sich die Idee eines selbstverständlichen EU-Primatsanspruchs in die Hirne der regierenden Politiker gefressen hat, wiewohl das Grundgesetz gilt.
Dass ich an traditionelle Loyalitäten glaube, die Regierende und Regierte gegenseitig binden, wissen Sie auch. Ich habe mich nun auch schon oft genug darüber beklagt, und mein absolutes Unverständnis darüber ausgedrückt, wie unsere einheimischen Polit- und Verwaltungseliten gerade diese Rückbindung und Verantwortlichkeit gegenüber den Regierten NICHT wollen – sondern ihre EIGENTLICHE Aufgabe meiden (verantwortlich das Wohl der Regierten zu wirken). Sie gefallen sich geradezu darin, sich als Statthalter höherer Mächte zu gerieren, die zwar Privilegien und Gehälter einstreichen, aber für die tatsächlichen Vorgänge im Land immer wieder „nichts zu können“ scheinen. Es wird dann behauptet, Berlin will das so, vor allem aber: Brüssel will das so! Und sie sind dann geradezu froh, sich als machtlos zu zeigen – obwohl es doch gerade Berlin ist, das seine Vorstellungen z.B. von Euro-Politik, von Migrationspolitik, vor allem von Klima- und Deindustrialisierungspolitik sozusagen über die Brüsseler Bande in unsere Innenpolitik hineinspielt. Sie tun dann so, als könnten sie für die Vorgänge und Zumutungen nichts, über die der Steuer- und Vorschriften-geplagte Bürger den Kopf resigniert schüttelt. Ihm sollen Gesetze immer nur seine eigene Ohnmacht zeigen: Seht her, es ist Gesetz, wir sind doch ein Rechtsstaat! So war es mit den Stuttgarter Fahrverboten und so ist es mit der systematischen Schleifung der Autoindustrie: Seht her, es sind EU-Grenzwerte! Aber wer hat Vereinen wie der Umwelthilfe denn das Verbandsklagerecht gegeben, wenn sich Diejenigen, die genau solche Ergebnisse haben wollten? Die sie jetzt als objektive Ergebnisse eines objektiv neutralen Rechts darstellen wollen, wo sie doch gerade die Konstellation geschaffen haben, das Ergebnis herbeizuführen? Überhaupt nichts scheinen unsere Regierenden vor Ort je für irgendetwas zu können. Wehe, wenn Ideologen das Recht in die Finger bekommen und mit ihrer Agenda beladen. Ein Urteil des BVerfG, das die Bundesregierung bis 2050 auf „Klima-Emissionsneutralität“ verpflichtet, zeigt es. Was ein Drittklässler als praktisch unmöglich erkennt, wird Staatszweck. Man hat Art. 20a, den „Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und der Tiere“ ins Grundgesetz geschrieben. Das war eine Art Gewissens-Wohlfühlartikel und ist nun Grundlage für die ideologische Planwirtschaft der Klima-Räterepublik.
Die EU hat eine enorme Lobby in unseren staatlichen Bau hinein. In unserer Landesregierung gibt es mindestens zwei Minister – Strobl und Bayaz -, die bekanntermaßen Mitglieder der Europa-Union Deutschland sind. Bei anderen Mitgliedern der Landesregierung steht eine solche Mitgliedschaft sehr zu vermuten; sie reklamieren sich nicht. Die Europa-Union Deutschland will ganz offen einen EU-Bundesstaat errichten, was unleugbar IDEELL die Abschaffung deutscher Souveränität bedeuten muss (und PRAKTISCH erfordern würde, schon weil ein Bundestaat keine „überzähligen“ Entscheidungsebenen brauchen kann). Dennoch behandelt die Landesregierung die Mitgliedschaft von Ministern oder Staatssekretären in einer solchen EU-Lobby-Vereinigung als ein reines Privatvergnügen, wo nicht als eine Art Staatsgeheimnis. Im Landtag ist die Europa-Union mehr als gerne gelitten (s. https://www.landtag-bw.de/.../2021/januar/2021-01-29.html). Ihre EU-Propaganda wird STRUKTURELL in die Schulen getragen (s. https://www.landtag-bw.de/.../Drucksachen/9000/16_9268_D.pdf). Die seinerzeitige Staatssekretärin Gurr-Hirsch rühmte sich in ihrer Abschiedsrede am 4.2.2021 dieser Mitgliedschaft (s. https://www.landtag-bw.de/.../WP16/Plp/16_0143_04022021.pdf) und bezeichnete sie als „Legitimation“. Wer in diesem Verein ist, geht fragende Mitglieder des Landtags angeblich nichts an. Die Regierung wollte eben die Mitgliedschaften (deren sie sich unter ihresgleichen so rühmt) nur vier Monate zuvor gegenüber zwei fragenden AfD-Abgeordneten verbergen (s. https://www.landtag-bw.de/.../Drucksachen/8000/16_8883_D.pdf), als sei das vielleicht eine Art „Krätze“, die man „den Populisten“ nicht herzeigt. Warum wohl? Weil DIESE Ausprägung der EU, der nach Macht gierende Zentralstaat, ein Projekt der politischen Klasse ist, die im EU-Institutionenkontext etwas gelten und werden will, nicht aber ein Projekt der realen Bürger. Vor den Bürgern soll es aussehen, als sei Brüssel an allem Ungemach schuld. Ich meine, selbstverordnete autoritätsgläubige Dummheit reicht als Erklärung des mehr als Erstaunlichen bei so vielen Menschen nicht aus. Es müssen andere Interessen wirken. Der Steuerzahler bezahlt die Bedeutung dieser Leute, genauso wie er über nicht ausgeglichenen Target II Salden die Bücher eines jeden wackeren Mittelständlers ausgleicht, der fleißig auf Pump des Steuerzahlers exportiert und beflissen die EU-Fahne vor seine Halle hängt. Sieht man ja oft genug.
Nicht dass der Landtag je kritisch wäre. Mit geradezu spürbarer Erleichterung werden alle Zumutungen seitens der EU, zusätzliche Kompetenzen an sich zu ziehen, im Stuttgarter Landtag von der gesamten Altparteien-Mehrheit begrüßt: Danke sehr, bitte noch mehr davon! In den Staatshaushaltsplan 2020/21 wollte die GRÜNE Fraktion (s. https://www.landtag-bw.de/.../Drucksachen/7000/16_7205_D.pdf) sogar 800 Tsd. Euro (statt der von der Landesregierung bereits angesetzten 300 Tsd.) für staatliche EU-Propaganda hineinschreiben: „(…) Begründung. Intensivierung der europäischen Öffentlichkeitsarbeit. Die vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung bei den Europawahlen 2019 hat gezeigt, welchen Effekt eine effektive und intensive europapolitische Öffentlichkeitsarbeit haben kann. Es ist jedoch erfahrungsgemäß zu erwarten, dass das Interesse der Bevölkerung an der Europäischen Union wieder abnehmen wird. Deshalb bleibt eine intensive Europaöffentlichkeitsarbeit von großer Bedeutung, um das Interesse der Bevölkerung an Europa zu erhalten und den europafeindlichen und rechts- und linkspopulistischen Kräften entgegenzuwirken. Aus diesem Grund soll die Zusammenarbeit mit den bewährten aber auch den im Rahmen der landesweiten Europawahlkampagne neu gewonnenen Kooperationspartnern fortgesetzt werden (z. B. EDIC, Europa Union, Junge Europäer, Europa Zentrum B.W., LpB, vhs-Verband). Zusammen mit diesen sollen europapolitische Veranstaltungen vor Ort bei und mit den Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt werden. In diesem Zusammenhang spielen auch die Kommunen eine große Rolle. Dort hat sich ein großes Interesse am Ausbau der Europafähigkeit der Kommunalverwaltung und an der Vernetzung der Europakteure über Kommunalgrenzen hinweg gezeigt. Dies soll von der Landesregierung auch im Rahmen der Europaöffentlichkeitsarbeit unterstützt werden. Mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit der EU muss es ein Anliegen sein, Europa und seine Institutionen, Errungenschaften und Tätigkeiten in der Wahrnehmung der Jugendlichen positiv zu besetzen. Ein weiteres wichtiges Augenmerk soll deshalb in den nächsten beiden Jahren auf Maßnahmen zur Mobilisierung der Jugend liegen. Hier soll neben bewährten Veranstaltungen und Formaten (z. B. Straßburg- und Brüssel-Fahrten für Schülerinnen und Schüler, Veranstaltungen mit Bildungschararakter) auch auf neue Formate gesetzt werden.“ Was die EU die baden-württembergischen Steuerzahler netto kostet – nämlich nach unseren Berechnungen in der Fraktion bereits vor dem Brexit jährlich 3,7 Mrd. Euro und damit mehr als der Länderfinanzausgleich – will die Landesregierung offiziell nicht einmal wissen, wenn wir Abgeordnete danach fragen.
Was die Motivation solchen Tuns ist, weiß ich nicht – ich halte das Streben nach Freiheit und Selbstbestimmung für einen natürlichen menschlichen Instinkt. Für das nötige Ethos eines Politikers hingegen halte ich es, wenn ein gewählter und mit Vertrauen der Wähler bedachter Mensch die Verantwortung für das öffentliche Amt auch ausfüllt, das er gesucht hat. Wenn gewählte Politiker diese Verantwortung an höhere Instanzen abgeben wollen, WAS ICH IM LANDTAG IN JEDER SITZUNG ZU EU-THEMEN ERLEBE, dann ist das dreierlei Eingeständnis. A) Entweder wissen sie, dass sie nur dünne Bretter bohren, und suchen jemanden „Höheren und Klügeren“, der es angeblich besser kann und dem unterstellt wird, er habe ihre eigenen Defizite nicht. 😎 Oder sie haben andere Interessen (s. Europa-Union) als ihre unmittelbare Verantwortung für die Bürger, womit sie zugeben, dass ihnen der Wille der Wähler eigentlich wurscht ist (sie müssen dann für sich passend als „Zivilgesellschaft“ simulieren und mit Steuergeldern anfüttern). C) Oder eben, sie sind unendlich naiv und wollen naiv sein – was im politischen Amt verantwortungslos ist. Da sollte man dann besseren Leuten Platz machen - wenn, ja wenn die schönen Bezüge nicht wären! Mit Steuergeld wird durch interessierte pseudo-zivilgesellschaftliche Verbände die angebliche Begeisterung der Bevölkerung simuliert, die dann ihrerseits als vermeintliches positives Feedback den Regierungswillen und -weg öffentlich LEGITIMIEREN soll. Glauben Sie nur ja nicht, dass all die netten Symposien oder Begegnungen für Bürger nur wegen der Schnittchen abgehalten werden. Sie sollen die unglaubliche Freude der Beherrschten simulieren. Da gibt es schöne Fotos für die PR-Abteilung.
Der EuGH treibt politische Ziele, ebenso wie die EZB mit ihren Anleihenkäufen politische Ziele betreibt. Der EuGH erfüllt damit die Funktion z.B. eines Bischofs, den sich ein mittelalterlicher Herzog holte, um seine eigenen fragwürdigen Handlungen geistlich absegnen zu lassen, am besten noch einen Bischof aus der eigenen Familie. Unsere eigenen nationalen DEUTSCHEN Eliten haben in ihrer eigenartigen Verblendung, alles was von OBEN komme, sei uneigennützig, gut und weise, ein EU-Ungeheuer geschaffen, das sich eben nicht selbst zu bescheiden gedenkt, sondern ihnen selbst brutal die Zähne zeigt. Wie kann ich Deutscher sein und mein Land lieben, und so etwas dann gutheißen? Die Antwort ist doch offensichtlich: Der Name dieses Landes ist für die Regierenden der Merkel-Ära eine leere Hülle geworden; sie wollen das Deutschland, das die Deutschen geschaffen und geprägt haben, nicht mehr haben (und stellen eine Bevölkerung als extremismusverdächtig hin, die an ihrem Deutschland hängt). Andere Interpretationen, so gerne ich sie sähe, ergeben schlicht keinen Sinn mehr. Mir fällt ganz unmotiviert plötzlich ein Satz zur englisch-schottischen Union von 1707 (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Act_of_Union_1707) ein: „Was englischer Stahl nicht vermochte, das vermochte englisches Gold.“
Das eingeleitete Vertragsverletzungsverfahren scheint inzwischen sogar von dem eher als Freund der Übertragung von Kompetenzen an die EU bekannten früheren BVerfG-Präsidenten Prof. Andreas Voßkuhle als kritisch erkannt worden zu sein („Dem in die Wege geleiteten Vertragsverletzungsverfahren drohe eine "Sackgasse" ohne sinnvollen Ausgang. Als mögliche Lösung für Auseinandersetzungen über Zuständigkeiten schlug der Rechtsprofessor einen Kompetenzgerichtshof vor, der in ausgewählter Konstellation und unter Beteiligung von Verfassungsrichtern und -richterinnen der Mitgliedstaaten entscheiden sollte. Im Umgang mit rechtsstaatlich bedenklich handelnden EU-Mitgliedern favorisiert Voßkuhle eine Lösung mit politischem Druck und einer gesamtgesellschaftlichen, europaweiten Diskussion.“, s. https://www.lto.de/.../presseschau-23-06-2021-vosskuhle.../), der jetzt eine Art Europäischen Kompetenzgerichtshof vorschlägt. Ob da der Bock nicht geradezu eingeladen wird, den EU-Gärtner zu machen, indem man eine neue Einrichtung schafft, die einen prinzipiellen Konflikt (nämlich die nationale Volkssouveränität und die Unabhängigkeit der nationalen Rechtsprechung, verankert in nationalen Verfassungen) mit einer neuen Instanz nur scheinbar löst? Der EuGH, so Voßkuhle, habe sich nämlich in einen ungeregelten Bereich, die Unabhängigkeit der nationalen Gerichte hineingewagt. Diesen formal zu regeln und die neue Kommandowirtschaft der EU-Kommission formal begründen zu wollen, bedeutet nun nicht unbedingt, dem Willen der souveränen Völker auch Genüge zu tun. Voßkuhle – sollte er denn Skrupel bekommen haben und, wohlgemerkt: NACH seiner aktiven Rolle im BVerfG, vom Saulus zum Paulus geworden sein? Gewiss nicht, meine ich, er gehört doch fast schon zur Familie (s. https://www.cicero.de/.../der-praesident-im.../49091) und stört sich jetzt nur daran, das es so beleidigend grob gemacht wird – und die vermeintliche Majestät des Rechts sich jetzt als ein Dienstmädchen erweisen soll, was ihn SELBST und seine Richter-Eigenliebe erniedrigt. Er hätte gerne ein samtenes Mäntelchen um diese de facto Vergewaltigung gelegt. Das BVerfG wird nämlich unwichtiger, als es 2012 dachte und wollte (s. https://www.bundestag.de/.../dd9.../wd-3-200-12-pdf-data.pdf), als es gegen einen europäischen Bundestaat noch ganz offen verfassungsmäßige Reserven behauptete! Jetzt wird dem BVerfG einfach von der EU-Kommission die Kompetenz abgesprochen, in EU-Vorhaben hineinzureden – und der hilfreiche EuGH soll ihr die Juristerei dazu liefern. So verhält sich das übrigens eben ganz praktisch mit einem völkerrechtlichen Vorbehalt im Grundgesetz (s. https://www.faz.net/.../bundesverfassungsgericht-im-namen...). In jedem Fall bekommt Voßkuhle, der als Jurist rituell gegen die von der EU ins Feld geführten EuGH-Juristen und deren freudige Berliner Parteigänger aufmuckte, jetzt den Zorn der Eurokraten und, das ist das Skandalöse, den Zorn der Berliner regierenden Parteien ab (Tichy sagt es gut: s. https://www.tichyseinblick.de/.../empoerung-ueber-ex.../; mehr davon: https://www.tichyseinblick.de/.../absurdes-theater-die.../). Und z.B. die taz ganz vorne dabei bei dem, was ich in unvornehmeren Kontexten wohl „den Eurokraten den Stiefel lecken“ nennen müsste (s. https://taz.de/Nach-zwoelf-Jahren-am-hoechsten.../!5686783/). Da wird für die linke Presse richterliche Korrektheit und Skrupel um das Interesse unseres Landes (wiewohl sehr spät bei sich entdeckt!) ganz schnell zu „Rechthaberei und Revierkämpfen“. Denke ich dann an die einheimische Presse, die alles an der EU gut findet, dann denke ich mir: Der selbsternannte mittelalterliche Fürst von Gottes Gnaden hat sich nicht nur einen willigen Bischof geholt, sondern auch einen Herold und prächtigen Hofnarren. Und stets frage ich mich dann, wie das systematische Schlechtreden der deutschen Souveränität und ihrer Befürworter und das tägliche Lob der ungeheuerlichen EU-Anmaßung denn möglich sein sollen, ohne dass dafür glänzende Gulden und Taler fließen.
Wer ist denn die EU-Kommission? – sie wird geführt von Merkel-Freundin von der Leyen. Woher bekommt sie ihr Geld? – zu einem Viertel oder mehr von uns Deutschen. Wofür brauchte man denn dann (2019) 70 Jahre Grundgesetz so selbstverliebt zu feiern (s. https://www.t-online.de/.../andreas-vosskuhle-wirbt-fuer... ), wo es angeblich stört? Die Merkel-Regierung will den EU-Bundesstaat, und sie will ihn mit offensichtlich unsauberen Mitteln. Voßkuhle war stets dabei, solange es respektabel aussah. So will sie die rechtliche Knebelung, dass kein deutscher Richter mehr darüber spricht und so, dass ihr eigenes Staatsvolk in Aussichtslosigkeit resigniert. Das europäische Recht soll erlauben, die Ressourcen unseres Landes ohne die Möglichkeit jeglicher Gegenwehr zu plündern, und die deutsche CDU/SPD-Regierung will es so. Am Ende wird stets gekuscht und das BVerfG gedrängt, das Kuschen abzusegnen (s. https://www.tichyseinblick.de/.../karlsruhe-scheut-den.../). Fakt ist: Die Regierung WILL den EU-Bundesstaat. Das Staatsvolk wird mit Vexierspielen verwirrt, als sei alles von unergründlichen, unwiderstehlichen und nicht mehr kritikfähigen Mächten eingefädelt und sei unwiderstehlich gut. Wie gut eine solche Ordnung freilich zu denen ist, die zweifeln – das haben die Schikanen gegen die Brexit-willigen Briten gezeigt und zeigen die Schikanen gegen Ungarn oder Polen. Das RECHT ist für diese EU-Leute nur eine Funktion der Macht. Sie werden nicht aufhören, bis sie ihren Willen haben – oder auch unser Land aus der EU hinaus schikaniert, gedemütigt und geplündert. Fazit: Dass die EU-Kommission so brutal die Machtfrage stellt, ist dummdreist. Hatte sie doch hierzulande stets willfährige Ausführende, die in ihrem Sinne wirkten und nun vor ihren eigenen Staatsvölkern offen kompromittiert werden. Wir wollen hoffen, dass die Mehrheit in diesem Land endlich erkennt, wen und was sie sich da gewählt hat – die Herrschaft eines uns urfremden imperialen Zentralismus, der mit offenem Zwang arbeitet, wo der Einsatz des letztendlich uns Nettozahlern abgenommenen Geldes versagt.
Ihr
Emil Sänze









