Nur noch psychische Fälle?
Illegale Migration und die Gewalt der Fremden
Liebe Leser,
surrealer geht es nicht. Merkel verkündet, „Ja, wir haben das geschafft!“ Mittlerweile müssen die Kreise, die stets loyal zur Regierungslinie sein wollten und für die Flüchtlingsunterbringung mit zinslosen KfW-Krediten ausgestattet wurden, ihre Kreisumlagen quasi vollständig für ihre Sozialhaushalte ausgeben - und in einem ICE geht wieder einer ihrer Schützlinge auf Fahrgäste los. Das ZDF feiert mit einer Art Merkel-Eventrevue, und ich fühle mich wieder einmal in der ersten Reihe im falschen Film (s. https://www.zdf.de/.../merkel-bilanz-migrationspolitik...). Zwei Tage später schon höre ich, wie Merkel bei Putin zu Kreuze kriechen muss, er solle den weißrussischen Machthaber Lukaschenka bitte wieder einfangen, der Migranten einfliegen lässt und sie auf die polnische und die litauische Grenze loslässt (s. https://www.tagesschau.de/.../belarus-migranten-maas...). Die ARD schreibt: „Maas für weitere EU-Sanktionen gegen Belarus. Der geschäftsführende Bundesaußenminister Heiko Maas hatte sich zuletzt für Sanktionen gegen alle ausgesprochen, die sich an der Schleusung von Flüchtlingen nach Belarus beteiligten. ‚Niemand sollte sich ungestraft an Lukaschenkos menschenverachtenden Aktivitäten beteiligen dürfen‘, erklärte der SPD-Politiker. Dies gelte für Herkunfts- und Transitstaaten, aber auch für Fluggesellschaften, die den Transport von Menschen nach Belarus ermöglichten. Die Europäische Union sei bereit, ‚hier klare Konsequenzen zu ziehen‘. Maas ist auch für weitere direkte EU-Sanktionen gegen Belarus. ‚Lukaschenko muss erkennen, dass sein Kalkül nicht aufgeht. Das schließt übrigens auch nicht aus, künftig die Sanktionen auch auf andere Wirtschaftsbereiche auszuweiten.‘ Einige Wirtschaftssektoren wie die Kaliindustrie und Energiewirtschaft sind bereits mit Strafmaßnahmen belegt.“ Toll, wir brauchen künftig wohl weder Energie noch Kali. Maas führt gerne Strafrhetorik im Munde; er ist kein Realist. Putin erkennt ein Potemkin’sches Dorf und weiß, in welcher Weise der Außenpolitiker Maas in Afghanistan vorgeführt und zusammengefaltet wurde. Es ist peinlich, wenn dieser selbstüberschätzte Mann droht, wenn die EU droht, die meines Erachtens am kürzeren Hebel sitzt - während Merkel bei Putin real bettelt. Und überhaupt, lästerlich: Wie kann man sich gegen den Ansturm von Ärzten und Ingenieuren so unvernünftig wehren? Ich möchte Ihnen (nochmals) das Buch „Die Getriebenen“ von Robin Alexander ans Herz legen (Siedler Verlag, München 2017, ISBN 9783827500939; Rezensionen s. https://www.perlentaucher.de/.../rob.../die-getriebenen.html). Der Bundesgrenzschutz hatte 2015 alle Mittel, die Grenzen zu schließen, aber der Befehl blieb aus. Merkel wollte keine „häßlichen Bilder“, die ihrem Ruf schaden hätten können (s. https://www.achgut.com/.../woher_kommt_das_unbeirrbare...). Was dem Land in der Folge geschah, war da buchstäblich EGAL. Es ist heute ganz einfach: Man verhängte Sanktionen gegen das unangenehme Regime Lukaschenka, ließ die weißrussische Fluglinie nicht mehr auf EU-Flughäfen landen. Die hat sich andere Routen gesucht und fliegt Lukaschenkas, man muss es so nennen, Migrationswaffe gegen die EU ein. Wenn man anderen Regimen ständig ihre Existenzberechtigung abspricht und stets aus einer Position der überheblichen Stärke auftreten will, Oppositionsbewegungen fördert, wen soll die Retourkutsche wundern?
Ich versuche wieder, eine Situation anhand von Eindrücken zu umreißen, die EINEN KERN haben: Die Weltflucht dieses Landes ist unglaublich. Das Versagen in praktischen Fragen ist damit folgerichtig. Es werden Dinge zu vermeintlichen Welt-Schicksalsfragen erhoben, die ich für durchaus verkraftbar halte. Diese werden zur quasireligiösen Universalermächtigung für jegliches politische Handeln, das eine haushalterische Betrachtung scheut oder sich mit unbequemen konkreten Alltags-Problemstellungen nicht mehr befassen will. Vom Klimawandel kann man da immer reden, und die Zukunft der Enkel sei das unverhandelbare Gut, für das im Jetzt „Opfer gebracht“ werden müssen – Bürger eingeschränkt und finanziell belastet werden sollen. Am 11.11.2021 gönnt sich der Landtag eine (von den Grünen beantragte) Aktuelle Stunde „Weltklimakonferenz Glasgow. Baden-Württembergs Einsatz für eine Welt auf dem 1,5-Grad-Pfad“ ( https://www.landtag-bw.de/.../2021-11-11_19_Plenarsitzung...). Er spielt in heiligem Ernst Spiele mit sich selbst. Männer im gestandenen Alter reden davon, sie wollten ihrer Tochter nicht erklären müssen, wieso man die „Klimaerhitzung“ nicht gestoppt habe, wo man doch die Mittel heute dazu habe: „Wir werden 1000 Windräder bauen!“ usw. Es ist die visionäre Rede von Wasserstoff- und Ammoniakerzeugung mit Solarstrom in Australien, von Tankschiffen, von Rotterdam und von Pipelines. „Ein Fanatiker ist - in psychologischen Begriffen definiert - ein Mensch, der bewusst einen geheimen Zweifel überkompensiert.“ - Zitat Aldous Huxley. Und genau daran erinnert mich das Gebaren der deutschen Politik – sei es nun in der Energiepolitik, der Covid-Politik oder der Migrationspolitik. Es ist der nagende Zweifel im Hinterkopf, es (z.B. eine Reduktion des CO2-Ausstoßes bis 2030 um 40% gegenüber 2010) KÖNNE nicht funktionieren; umso drastischer sollen Natur und Gesellschaft durch eine politische Willensanstrengung der Politik unterworfen und ihre Naturgesetze, ihr Willen gebrochen werden. Die berufsständischen Vereinigungen sekundieren fleißig (s. https://jungefreiheit.de/.../2021/montgomery-tyrannei/; https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Ulrich_Montgomery). „Wer den Tiger reitet, wird gefressen, wenn er absteigt“ – wußte Franz-Josef Strauß. Deshalb geht der Unsinn weiter.
Inzwischen stolpert dieses Land – zumal als thematischer Treiber in der EU - systematisch über seine eigenen Füße, und daran ist sein humanitärer, in dummem Stolz geschwellter Humanismus- und Moralimperialismus Schuld. Er kauft uns nur Selbstgerechtigkeit und ärgert andere. Jetzt heißt es sogar, das Abgas-Behandlungsmittel AdBlue werde knapp, da die BASF wegen steigender Energiepreise die Produktion von Ammoniak gedrosselt habe (s. https://www.spiegel.de/.../ad-blue-mangel...). Wenn man mit einem verknappten Stoff, den die gesamte Transportkette und die Landwirtschaft brauchen, dieselbe Rendite erzielen kann, wieso ihn noch produzieren? Es waren doch unsere eigenen Weltretterpolitiker, die haben wollten, dass all die Dieselmaschinen – die dies technisch durchaus könnten – über ihre Bordcomputer so geregelt werden, dass sie ohne den Stoff nicht fahren können. Es waren dieselben Politiker, die in ihrer phantasiegeleiteten Welt hohe Energiepreis und eine CO2-Steuer richtig gut fanden, um die Bürger zu erziehen. Dieselben Politiker zeigen dauernd mit dem Finger auf China und seinen Kohlestrom, wohin aus dem moralsterilen und weltanschaulich keimfreien Deutschland die C02-intensiven Produktionen ausgelagert wurden. (s https://www.ots.at/.../magnesium-engpass-warnung-vor...; https://www.aluminium-exhibition.com/.../magnesium...; https://www.capital.de/.../china-kurbelt-die-magnesium...). Die „schmutzigen“ Chinesen hatten es nun satt, in Glasgow oder sonst wo für ihren asiatischen Fleiß an den Pranger gestellt zu werden. Sie haben kurz gezeigt, wo der der „Bartel den Most (d.h. das Magnesium) holt“ - ich bin überzeugt, mit den meisten der für uns kritischen Rohstoffe und Halbfabrikate könnten sie dasselbe an JEDEM beliebigen Tag des Jahres wieder tun und den lautesten unserer ideologischen Politiker mit einem Federstrich den Mund stopfen, wenn diese nur sehen wollten. Es ist doch toll, wenn Baden-Württemberg die Welt rettet und selbst seine Gesslerhut-Gesichtsmasken und Covid-Tests aus China holen muss. Es ist in etwa dasselbe, wie US-Präsident Jimmy Carter Deng Xiao Ping einst die Lage der Menschenrechte in der Volksrepublik vorhielt und Deng ihn umgekehrt fragte, wie viele Millionen Chinesen er haben wolle. Deng drohte mit der Migrationswaffe, so wie China heute mit der Rohstoffwaffe droht. Und wir sind erpressbar, weil wir keine Tränen mehr sehen können (s https://www.zeit.de/.../fluechtlinge-grenzen-handel...) und ohne Handy kaum leben. Von Verantwortungsethik, die nicht auf Kurzzeit-Reflexe reagiert, sondern eine Strategie zum Wohl des Landes braucht und dazu Handlungsfolgen abschätzt, fehlt in der Medienrepublik jegliche Spur, wo jede ernste Frage im egoistischen Interesse skrupellos hysterisiert wird, wo aber inzwischen die tatsächlichen Menschenrechte unserer eigenen Bürger unter ernsten Druck geraten sind. Wer sich so verwundbar gemacht hat, klopft besser nicht auf den Busch. Denn Mangel zu ertragen hat diese Gesellschaft verlernt, es sei denn – an Grundrechten. Die Mehrheit drückt es scheint’s nicht.
Gerade unsere grünen Politiker halten sich gerne für elitäre Erleuchtete auf einer heroischen Mission, die Gesellschaften zu ihrem vermeintlichen Wohl und Glück zwingen müssten. Ihre Anliegen sind immer ultimativ wichtig. Kennen Sie den Mandela-Effekt? Manche glauben, Nelson Mandela sei in den 1980er Jahren in einem südafrikanischen Apartheid-Gefängnis gestorben (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Konfabulation). Obwohl dies nie stattfand, passt es nahtlos in ihre gefestigte Weltsicht. Ähnlich verhält es sich mit den Leuten, die sich den drohenden Weltuntergang eingeredet haben – das GROSSE, in ihrem Leben sinnstiftende Ding, das so viele „kleine“ Dinge zu vernachlässigen erlaubt – und deren Wahrnehmungsschablone sich verselbständigt hat. Man braucht ja auch kein Können, um das Gute zu wollen, man braucht nur ein Megaphon. Andere Politiker fühlen ihr Versagen und wollen ihr Gesicht und ihre politische Haut retten und sind zu jeder Show bereit. Skrupellose Mitläufer und Profiteure finden sich stets, solange diese wissen, sie werden nicht belangt. Angesichts von bereits 1802 dem Paul-Ehrlich-Institut von den Gesundheitsämtern bis zum 30.9.2021 gemeldeten Verdachtsfällen auf einen tödlichen Ausgang von Covid-19-Impfungen und eines deutlich erhöhten Risikos auf Herzentzündung bei mit mRNA-Impfstoffen geimpften männlichen Jugendlichen (bei ca. 108 Mio. verimpften Dosen; https://www.pei.de/.../sicherheitsbericht-27-12-20-bis-30..., s. S 15) sollte ein Dr. Montgomery einfach seine Arztzulassung abgeben. Denn er hetzt inzwischen gegen unbescholtene Bürger von einer „Tyrannei der Ungeimpften“, Hand in Hand mit der Politik. Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes hat einen wichtigen Teil der Genfer Erklärung selbigen Bundes über anderen Interessen nämlich offensichtlich vergessen: „Die Gesundheit und das Wohlergehen meiner Patientin oder meines Patienten werden mein oberstes Anliegen sein.“ (s. https://de.wikipedia.org/.../Genfer_Deklaration_des_Welt...). Des weiteren äußert sich jetzt im Sinne der dilettierenden Politik auch der Einzelhandel, die 2g-Regelungen und Umsatzrückgänge fürchtend, und fordert eine Impfpflicht. So der KiK-CEO Zahn (s. https://de.finance.yahoo.com/.../kik-ceo-fordert...). Das ist irgendwie wie Spät-Rom. Niemand hat diesen Herrn demokratisch gewählt; dennoch erdreistet er (und fast hätte ich ihn ein Früchtchen genannt) sich zu folgender, unsere Freiheitsrechte pervertierenden Äußerung: „Eine Impfpflicht sieht der KiK-CEO deshalb als das bessere Instrument als weitere Corona-Einschränkungen. ‚Da sage ich klar: Die Freiheit des Einzelnen hört auf, wo sie die Freiheiten der anderen einschränkt.‘“ Es ist wäre einer demokratischen Regierungsform EGAL, was er sagt. Die Freiheit von Patrick Zahn, von ungeduldigen (und anonymen) Inhabern weiterhin auf seinem Chefposten belassen zu werden, steht also über unserem Recht auf körperliche Unversehrtheit? Die Badelatschenverkäufer wollen jetzt entscheiden, was man mit den Konsumtierchen anstellt? Man möchte ihm gerne sagen, was genau er mit seinen billigen Plastik-Badelatschen anstellen kann. Besser röchen sie danach nicht. ---
Untergeordnete Verwaltungskörperschaften – Regionalverbände, Landkreise, Kommunen – leisten Treuschwüre auf „Klimamobilitätsziele der Landesregierung“ oder erlegen sich teure Energieffizienzstandards für Gebäude auf. In der völlig einseitigen Orientierung auf Klimathemen und quasireligiöse Weltrettungsmissionen nehmen sie sich jede finanzielle Flexibilität in bereits defizitären Zeiten, denn sie suchen Anerkennung. Das Land setzt seine ideologischen Ziele durch, indem es gerade bei Klimamobilitätsplänen Kommunen und Körperschaften mit Fördersummen (bis zu 200 Tsd. Euro) anfüttert und über die Förderrichtlinien seine ideologische Agenda durchdrückt (s. https://vm.baden-wuerttemberg.de/.../F%C3%B6rderung...). Die Kommunen stürzen sich auf die Fördergelder, schaffen die Stellen, und dann sind sie dabei. Sie blähen ihre Budgets, geben in jedem Fall Steuergelder aus (bei der Förderung wie bei der eigenen Kofinanzierung) und freuen sich dann an ihrer eigenen Milchmädchenrechnung, man habe ja für den Kreis etc. Förderung akquirieren können. Dann haben sie sich mit unrealistischen und ohnehin dezidiert autofeindlichen Zielen für ihre Kreise und Städte gebunden. Worauf will ich hinaus? Die drei „Knoten“ der Merkel’schen Kanzlerschaft –„Energiewende“, „Willkommenskultur“, „Pandemiebekämpfung“ - zeigen in ihrer Behandlung dasselbe Muster. Die Politik legt sich auf ein Dogma fest – aber nicht aus Sachwissen oder aus rationaler Einsicht, sondern aus Opportunismus: Man will keine HÄSSLICHEN Bilder, will jedenfalls SAUBER dastehen. Man will keine Angst vor Reaktorunfällen, man will keine weinenden Kinder an ungarischen Schienen, man will keine italienischen Särgestapel, und, offen gesagt, vielleicht will man heute auch keine Zahlen über Impfunfälle. Das Dogma wird verfestigt und mit aller Macht staatlicher Stellen in die Gesellschaft hinein durchgesetzt, ob es zu Lösungen taugt oder nicht ist zweitrangig. Die Gesellschaft wird gespalten – in die Vertrauenden und Staats-Gläubigen einerseits und die Selberdenker und Skeptiker – alles Staatsbürger! - andererseits, da dann in verantwortungsloser und völlig menschenverachtender Weise ihrer Rechte beraubt, zu Sündenböcken für jedwedes staatliches Systemversagen, ja zum Hassobjekt und zur Feindgruppe hingestellt werden. Wir erleben es doch. Worum es wirklich geht – um die Gesichtswahrung einer politischen Autorität, die sachlich keine Argumente hat, um Machterhalt um des Machterhalts willen und um JEDEN Preis für das Land – zeigt Ihnen eben die Lektüre des Buches „Die Getriebenen“ am Beispiel der geduldeten illegalen Migration von 2015/2016. Und Trittbrettfahrer wie Dr. Montgomery, die der Politik ihre Interessen unterschieben und zugleich von der Politik als vermeintliche Autoritäten herbeigezogen werden, finden sich immer. Was die Merkel-Staatselite wirklich antreibt ist haarsträubend banal und hat mit dem Gemeinwohl, hat mit Verantwortungsethik nichts zu tun. Und wie ich glaube – im Moment mit der Gesundheit der Bürger eben auch nicht. Und da hört der Spaß auf und die Justiz hat zu beginnen. Es ist die Schwäche eines DEMOKRATISCHEN Systems, das infolge falscher Rekrutierungsmechanismen (Parteikarrieren ohne fachliches Gewicht) heute keine echte Autorität mehr generiert, die die Aushöhlung und parteiische Zweckbefrachtung der staatlichen Institutionen, die diese Leerstelle für partikularinteressierten Missbrauch und für offenkundige Dominanzgelüste wirtschaftlicher Interessen als Freiraum geschaffen hat. Der Staat hat gezeigt, dass dafür Raum ist, und deshalb findet es schon ganz unverhohlen dreist zu Lasten des Gemeinwohls statt. Impfzwang für die Geschäfte des hochnoblen Modehauses KiK.
Am 8.11.2021 meldet der „Schwarzwälder Bote“ unter der Schlagzeile „Mehr Flüchtlinge im Land. Migration. Kreise schlagen Alarm / Aufnahmeeinrichtungen sind komplett belegt.“ Folgendes: „(…) Von Juli bis Anfang November sei die Zahl der geflüchteten Menschen, die aus der Erstaufnahme in die Kreise weitergeleitet werden, von monatlich 900 auf inzwischen 2500 Personen pro Monat angewachsen.“ Das ist pro Monat ein ganzes Dorf, nach hiesigen Größenordnungen betrachtet, und dies in einer Situation, in der die Kreise eigentlich angefangen hatten, die 2015/2016 errichteten Containersiedlungen zurückzubauen und abzuwickeln. Im September 2021 seien laut Justizministerium 1700 gekommen, im Oktober 2900 – wobei es eine deutsche Eigentümlichkeit ist, „falsche“ Migranten an der polnischen Grenze bei Tageslicht-Fernsehbildern abzuwehren, andererseits aber aus der Türkei gemäß Vereinbarung mit Erdogan „richtige“ Migranten einzufliegen. Das Element der Erpressbarkeit ist offensichtlich, so dass wir alle Chancen haben, wie der sprichwörtliche Schwan in selbstverordneter (und von der Presse täglich breitgetretener) Schönheit unterzugehen. Und Frau Ministerin Gentges braucht sich auch gar nicht zu beklagen, denn es ist ihre Parteifreunden Kanzlerin Merkel, die den Rahmen für dieses Geschehen gesetzt haben. Hauptsache, so ist es immer in Deutschland, es sieht geordnet und respektabel aus. Die Schwäche ist unsere eigene Schuld – einer Gesellschaft, die nicht die wichtigsten Dinge für ernst halten will.
Und so werden denn auch reale Probleme wegerklärt. Ich fange einmal ketzerisch an: Wenn es in dieser Republik je politische Attentate gab (wie die RAF), so wurden sie stets als rein kriminell und nicht etwa als „politisch“ dargestellt. Obwohl jedem Drittklässler klar sein muss, dass ein Terrorist (ob man seine Intention nun als existent anerkennt oder nicht) letztendlich eine politische Botschaft herbeibomben oder -schießen will. Das war ja auch was Baader, Meinhof oder Ensslin in ihrem Prozess für sich forderten und nie erhielten: Politische Gefangene zu sein. Die Republik, so folgere ich, wollte sich in ihrer wohlständigen Bürgerlichkeit nicht durch GRUNDSÄTZLICHE (und gewalttätige) System-Selbstkritik stören lassen, zumal die moralische Hybris der Terroristen indiskutabel war. Die SYSTEMFRAGE musste ausgeschlossen bleiben. Allerdings werden Sie zu Ihrem Erstaunen feststellen: Wer in diesem Staat (außerhalb einer terroristischen Gruppierung) ein Gewaltverbrechen gegen einen Politiker verübt, der wird regulär nicht etwa zum politischen Attentäter erklärt, sondern unweigerlich zum psychisch Gestörten. Es sei denn, es wäre politisch opportun, maximale Terrornetzwerke darzustellen. So ging es dem Schäuble-Attentäter, auch er: psychisch gestört.
Richtig fiese Schurkentypen (z.B. Zschäpe) finden Sie in der medialen Selbstdarstellung dieser Republik immer NUR dann, wenn sich das Verbrechen gegen eine Schutzgruppen richtete, die sich die heutige Bundesrepublik zur Veranschaulichung ihrer moralischen Vortrefflichkeit selbst zudiktierte. Dann gibt es keine Unterstellung psychischer Härten und Überreaktionen. Einen Menschen mit der staatlich interessanten Hautfarbe als persönlicher Antipathie zusammenzuschlagen, konnte in der demonstrativ antirassistischen Bundesrepublik der 2000er Jahre (die so viele Unzufriedene und noch nicht BRD-Sozialisierte im Zaum halten wollte) schon einmal einen exklusiven Flug unter Kapuze im BKA-Hubschrauber zum Generalbundesanwalt bedeuten, alles schön abschreckend und martialisch berichtet: Seht, die Feinde unserer Werte haben keine Chance! Das ist die Maximalshow für’s Volk, wenn es auch eine (klimafreundlichere) Grüne Minna täte. Nicht zuletzt deshalb hat man den so breit auslegbaren Begriff der Hasskriminalität geschaffen, der merkwürdigerweise immer nur dann zum Zuge zu kommen scheint, wenn eben die angesprochenen Schutzgruppen betroffen sind: Andersfarbige, Andersstämmige, Diverse und so weiter. Jeder kennt das. Hasskriminalität gegen das, was früher Otto Normalverbraucher hieß, kommt eigentlich nie vor, denn er ist je keine rituelle Opfergruppe, sondern steht latent unter Tätervermutung. Sind aber Gruppen betroffen (irgendwelche „Rechten“), die der Staat selber zu „Feinden seiner humanen Wertordnung“ ausgerufen hat, dann geht man mit dem Sachverhalt nonchalanter um (s. http://www.landtag-bw.de/.../Drucksachen/0000/17_0946_D.pdf). Geht es um rechten Extremismus, dann werden europaweite Bezüge zur Warnung bemüht und es heißt warnend „Worten können Taten folgen“ (zuletzt so bei Dr. Danyal Bayaz); geht es um Morddrohungen gegen AfD-Personal, dann interessiert in Stuttgart nicht einmal was in anderen Teilen der Republik veröffentlicht wird. Zitat: „Die kurzzeitig eingestellten Beiträge fielen aufgrund fehlender Bezüge nach Baden-Württemberg nicht in den Zuständigkeitsbereich des LfV.“ So einfach geht das. Irgendein linker Schläger konnte eben vor lauter menschenfreundlicher Grundgesinnung nicht anders, als sich an einem „Nazi“ (ein Begriff, den auch der amtierende Innenminister Strobl und Dienstherr des LfV für Leute nutzt, die er politisch nicht mag) sein Mütchen zu kühlen. In dieser Hinsicht ist erstaunlich, wie träge man selbst auf explizite Mordaufrufe reagiert, wo der Bürger denkt, bei Leib und Leben müsste mit Kalkül Schluss sein. Ich sage es übrigens nochmal: Innenminister Strobl hat keinerlei Wählermandat und lässt dennoch vom Volk gewählte Abgeordnete geheimdienstlich überwachen (s. https://www.landtag-bw.de/.../Drucksachen/0000/17_0760_D.pdf). In irgendeiner südamerikanischen Fascho-Diktatur hätte Kretschmann das moniert.
In der Logik der spätreifen Bundesrepublik konnte also ein Mensch, der auf den honorigen Dr. Wolfgang Schäuble, der sich sozusagen als die institutionalisierte Mitte der Gesellschaft sehen wollte, nicht anders erklärt werden, als mit einer psychischen Störung (s. https://de.wikipedia.org/.../Attentat_auf_Wolfgang_Sch%C3...). Denn wie hätte ja einer, der NICHT gestört gewesen sein soll (und kein linksideologischer Terrorist war), mit dieser in ihrem Selbstverständnis PERFEKTEN Republik unzufrieden sein und auf ihre Personifizierung Dr. Wolfgang Schäuble mit einer Waffe losgehen können? Es konnte die Frage nicht gestellt werden, was ging hier womöglich vorher schief, damit einer austickte? Es konnte keine Frage nach möglichen Fehlern im System gestellt werden, die solche Leute hervorbringen konnten. Es KONNTE (bzw. DURFTE) in der offiziellen Logik der politischen Eliten keinen als VERNÜNFTIG auch nur ansatzweise denkbaren Grund geben, auf diese Politik in ihrer personifizierten Form loszugehen. Genau das hatte ja der Täter ausdrücklich als Motiv angegeben (s. https://www.spiegel.de/.../attentat-auf-wolfgang...). Deshalb war er schon automatisch gestört. Fazit: In der perfekten Republik (ungeachtet des tragischen persönlichen Schicksalsschlages für Dr. Schäuble) konnte es kein vernünftiges Motiv gegen für ein Attentat auf einen Politiker geben, der doch in seinem Wahlkreis immer weit über 50% Stimmen bekommen hatte, keinen Stauffenberg-oiden Konflikt – so schaffte man sich Fragen, nicht zuletzt an sich selbst, vom Hals. Wer mit dem PERFEKTEN Staat eine so persönliche Rechnung zu begleichen hatte, der musste entweder kriminell (s. RAF) oder gestört (diverse seltene Einzeltäter) sein. Verständlichen Grund für DISSENS und gar gewalttätige Frustration konnte es im besten Deutschland aller möglichen gar nicht geben.
So wird im Grunde heute noch oder heute wieder verfahren, wenn Merkel mit ihrer Politik regelmäßig die Gesellschaft spaltet. Die Systemfrage, wurde richtig gehandelt, darf nicht gestellt werden, deshalb haben wir so viele „Einzelfälle“. Die Andersdenkenden, zuletzt die Covid-Nichtgeimpften, werden geradezu als Unmenschen dargestellt, für deren Handlungen und Einstellungen es ebenfalls keinen vernünftigen Grund geben könne – sie werden als unsozial, unsolidarisch, eigensüchtig, gemeingefährlich, blöde dargestellt und mit einer Vehemenz angegangen, die, wäre das zu NS-Zeiten geschehen, den Betreibern einen Platz im Schulgeschichtsbuch garantiert hätte. Vernunft und Rechtfertigung hat in Baden-Württemberg allein die Staatsmacht; man spürt das immer, wenn der gesellschaftliche Wille ehemalige Systemdissidenten nach oben spült und sie in die Tradition des Landes integriert werden. Es ist heute erschreckend, mit welcher Leichtigkeit sich diese Gesellschaft zum Hass auf ihre Nachbarn treiben lässt, wenn man ihre Bequemlichkeit durch eine eigene Meinung stört – und wie skrupellos diese Schwäche mit schwarzer Demagogie von Politikern eingespannt wird, die sich täglich „Wir, die demokratischen Parteien“ nennen. Mit Verlaub: In der UdSSR sperrte man Dissidenten, denen man anders nicht beikam, gerne in die Psychiatrie. Denn in einem per Definition PERFEKTEN System, das sich als wissenschaftlich begründet und historisch notwendig gerierte, musste man Andersdenkende eigentlich schlimmer behandeln als Kriminelle. Und wenn sie auf ihrer Meinung bestanden, dann erklärte man sie für verrückt. Ohne hier zu werten, sollte man bei rein systemimmanent vorgetragenen Erklärungen stets aufmerksam sein. In der Wikipedia finden Sie unter dem Stichwort „Dissident“ (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Dissident) z.B. auch folgenden Satz: „Gemeinsames Merkmal aller Dissidenten war und ist die öffentliche Kritik am bestehenden politischen System, abseits von Zeitgeist und Mainstream und unter bewusster Inkaufnahme von persönlichen Nachteilen. Im weiteren Sinne werden heute auch allgemein deutlich regierungs- bzw. systemkritische Intellektuelle als Dissidenten bezeichnet. So wird die Bezeichnung im englischen Sprachraum unter anderem auf den US-Amerikaner Noam Chomsky angewandt. Im Juni 2016 wurde der AfD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon in der deutschen Presse scharf angegriffen weil er gerichtlich verurteilte Holocaust-Leugner wie David Irving, Horst Mahler und Ernst Zündel in einem Buch als Dissidenten bezeichnet hatte, die nur wegen ihrer Meinung hinter Gitter gesperrt würden.“ Die hier vorgetragene Logik ist, die mich ein bisschen schmunzeln macht: Wie könnte Dr. Gedeon etwas Valides über Menschen sagen, die VON EINEM DEUTSCHEN GERICHT VERURTEILT wurden? Wenn es doch im Strafgesetzbuch steht, dann muss die Verurteilung für eine Meinung (wohlgemerkt: nicht für eine Gewalttat) in Ordnung sein, ebenso, wie man VON EINEM DEUTSCHEN GERICHT ja auch ins Gefängnis geschickt werden kann, wenn man keine GEZ-Gebühren zahlt. Es ist schon erstaunlich, wie restriktiv sich der vermeintlich (an anderer Stelle nur) ultraliberale Staat gebärdet, wenn sein ihm die Worte und Argumente ausgehen, seine weltanschaulichen Zielsetzungen und die an diesen hängende Ordnung gegenüber manchen, wenigen Personen glaubhaft zu machen. Dissidenten im Ausland werden bei uns offiziell für ihren Mut bewundert, aber die Konfrontation mit einigen in menschenrechtlicher Sicht ein wenig häßlichen Aspekte seiner eigenen Wirklichkeit verträgt dieser Staat partout nicht. Putins Gerichte können nichts taugen, Merkels Gerichte sind unfehlbar. Prosit.
Man hätte geglaubt, ein Staat, der das Wort Demokratie täglich im Munde führt, hielte den Dissens der Wenigen aus, doch weit gefehlt. Er ist extrem empfindlich und teilt aus. Dann muss man fragen, WAS hier tatsächlich verteidigt werden soll. Es geht um die Abgrenzung vom Ancien Régime des NS, vom dem auch nur einen Teilkomplex eigenverantwortlich und nichtkonform zu betrachten (in Worten allein!) von der heutigen Ordnung zum Sakrileg und für einen kriminellen Akt erklärt wird. Fakt ist aber: Es werden auch in Deutschland Menschen wegen einer Meinung eingesperrt, und wir sind hier nicht bei Metternich. Ich bin der Meinung, dass in einer freien rechtsstaatlichen Demokratie der Unsinn nicht durchsetzt und von der mündigen Gesellschaft selbst sanktioniert wird. Eine Meinung für einen kriminellen Akt zu erklären hat immer für den Staat etwas Hilfloses und Brutales, etwas Unzulängliches. An Format und Integrität wird wohl kaum jemand Benjamin Franklin (der entgegen dem Mandela-Effekt kein US-Präsident war) am Zeug flicken. Der sagte unter anderem: „Ohne Gedankenfreiheit gibt es keine Weisheit. Und ohne Redefreiheit keine öffentliche Freiheit. – Sicherheit des Eigentums und Freiheit der Rede gehen immer Hand in Hand. Und in jenen unglücklichen Ländern, wo ein Mensch seine Zunge nicht sein eigen nennen kann, kann er kaum irgendetwas anderes sein eigen nennen.“ (s. https://gutezitate.com/zitat/135070). Und das andere geflügelte Franklin-Zitat, das die Wahrheit, die Lüge und die Gesetzeskraft betrifft, finden Sie ebendort. Nur schreibe ich es hier nicht, denn es würde nicht des Herrn Strobls Billigung finden. Der im besten Baden-Württemberg aller möglichen als nicht Gewählter vom Volk Gewählte der Beobachtung für bedürftig hält. Das sagt etwas über ihn, nicht über uns.
Kommen wir aber von im Gefängnis schmorenden und von der Öffentlichkeit weitgehend vergessenen „Meinungstätern“ zum Umgang mit Gewalttätern, und darauf wollte ich hinaus. Man kann in diesem Land vorsätzlich Menschen töten und wird unter Umständen nicht als Gesinnungs-kriminell bewertet. Da wird dann Milieutheorie und psychisches Trauma bemüht. Und das erklärt uns derselbe Staat, der Holocaustleugner wegen ihrer Meinung (!), und der GEZ-Nichtzahler einsperren kann, mit umständlichen Worten. Festgestellt habe ich hier, dass der Begriff des „Psychisch Gestörten“ (ebenso wie der Begriff der „Meinungskriminalität“) durchaus einer Umstände-gebundenen politischen Auslegung zu unterliegen droht (weshalb man auch politische Polizeien von Umstände-ungebundenen Kriminalpolizeien unterscheidet) , und das nicht nur in ausgesprochenen Diktaturen. Am Beispiel des Individual-Attentats auf Dr. Schäuble (und der früheren RAF-Attentate) wollte ich herausarbeiten, dass es unter Umständen dem Staat nützlich sein kann, den Gedanken, es hätte jemand rational oder aus z.B. sozialkritischen Motiven heraus morden wollen, gar nicht erst ZULASSEN zu wollen. Ist einmal der Zweifel am Motiv gesät, lässt er sich nicht mehr einfangen, und der Leser fragt sich automatisch: Was wollte der denn? Im Grunde geht es heute darum, keine DEUTUNGSMUSTER erlauben wollen, etwa, wenn Sie eine zweistellige Zahl von illegalen Immigranten verübter Messermorde vorfinden und in Versuchung geraten, ein Muster sehen zu wollen. Es könnte der Eindruck entstehen, dass ein bestimmtes Kontingent nicht in unsere hiesige Kultur und Gepflogenheiten passt. Es könnte der Eindruck entstehen, dass gewisse z.B. nordafrikanische Regierungen schlicht ihre Irrenhäuser und Gefängnisse aufgemacht und uns die Leute übers Meer geschickt haben – „Wir wären ja dumm, wo ihr sie alle wollt, wenn wir sie nicht losschickten!“ Es könnte der Eindruck entstehen, dass es der mit anderen Interessen gebundenen Politik schlicht EGAL war, wer da auf das eigene Staatsvolk, auf die Bürger, auf uns und unsere Nachbarn losgelassen wird. Es könnte der Eindruck entstehen, der Fehler liege im Handeln des Systems. Wie etwa der Fall im Woolworth-Kaufhaus in Würzburg: Während jedes Opfer eines rassistischen Anschlags wochenlang mit Individualschilderungen in seiner Tragik vor uns medial ausgebreitet wird, haben die Messer-Opfer von Würzburg (wo wieder ein Einzelfall „Allahu akbar!“ schrie) für uns bis heute keine Gesichter und keine Namen. Damit, so sage ich, hat man ihnen ihre Würde genommen und sie degradiert. Denn für z.B. jedes jüdische Opfer, das in das Opferbild der Bundesrepublik passt (d.h. unter der Ägide des NS-Regimes ermordet wurde), setzt man einen Stolperstein und erinnert. Für Menschen, die von Menschen umgebracht wurden, die der Staat eigentlich als Opfergruppen herausstreichen will – die diese Menschen gibt es nicht Namen, nicht Foto. Sie waren offenbar die „falschen“ Opfer „weniger relevanter“ Motive. Die kurzzeitig Merkel-kritische BILD-Zeitung hat man mit einem neuen Chefredakteur wieder eingefangen. Die Leute, die diese Farce veranstalten, es könne ja „den Falschen (uns AfDlern!) nützen“, wenn getrauert wird, nennen sich dann noch Menschenfreunde und übersehen ihre eigene Selektion „passender“ und „unpassender“ Gewaltopfer und vor allem ihre eigene Bigotterie, mit der sie sich offenen Zynismus gegen all jene erlauben, die sie für weniger wertvolle Menschen halten, als sich selbst. Sie sind mit ihrem Verständnis zu nahe bei den Tätern. Die Pharisäer sind losgelassen, und dieser Staat lobt sie.
Kurz gesagt: Ein Syrer sticht (s. „Schwarzwälder Bote“ vom 8.11.2021 in der Rubrik „Aus aller Welt“) in einem ICE zwischen Regenburg und Nürnberg mit einem Messer um sich und verletzt vier unschuldige, zufällig angetroffene Menschen schwer. Er wird von der Polizei mit vorgehaltener Schusswaffe zu Boden gezwungen und hat das blutbeschmierte Klappmesser noch bei sich. Er erzählt, er fühle sich von der Polizei verfolgt. 2020 sei er wegen eines kleineren Betrugsdelikts verurteilt worden. Er habe sich vom ersten Opfer bedroht gefühlt, gemeint, der habe ihn töten wollen und „die anderen Taten (…) wie im Traum begangen“. Die Staatsanwaltschaft geht nicht von Schuldfähigkeit aus; ein Islamist oder Terrorist sei der Mann wohl nicht. Wegen einer psychischen Erkrankung wurde er scheinbar früher auch nicht behandelt. Es tut mir Leid: Der Mann war seit 2016 in Deutschland, war als Flüchtling anerkannt, hatte Familienangehörige in anderen Teilen Deutschlands. „Einen Tag vor der Attacke habe er seinen Job verloren, hieß es von den Ermittlern.“
Folgen Sie mir? Die Regierung öffnet wider die Gesetzeslage die Grenzen, befriedigt die Wohlfühlbedürfnisse der Teddybärenwerfer vom Münchner Hauptbahnhof. Fragt nicht wer kommt, sondern setzt alle möglichen Notmaßnahmen in Gang und erklärt eine Art nationaler Herausforderung an die Hilfsbereitschaft der Bürger. Die Flüchtlinge, die sich Aufnahme erzwungen haben, werden zu den Heiligen des Systems deklariert, und alle untergeordneten Verwaltungsstellen machen fleißig und beflissen mit. Es ist gleichzeitig möglich, dass man großzügig ohne Ausweispapiere in unser Heimatland eingelassen wird, während Sie oder ich ohne Ausweispapiere keine vorläufige Flüchtlings-Unterbringungseinrichtung von innen zu sehen bekommen hätten und man Ihnen grundsätzlich als Sicherheitsrisiko misstraut. Überall öffnen sich unter der neuen demonstrierten „Gutartigkeit“ des Staates vor allem in finanzieller Hinsicht Türen, von denen der einheimische Bürger nie auch nur träumen konnte. Nichts ist zu gut und zu teuer für den noblen Fremdling, auf den alle möglichen Projektionen ewig guter wie auch ewig vergangenheitsbewältigender Deutscher gerichtet werden, die vor allem Eines wollen – sich von den Horden tumber fremdenfeindlicher Landsleute vorteilhaft absetzen. Die Flüchtlinge werden wie Rousseaus „Edle Wilde“ zu einer Projektionsfläche aller Erlösungssehnsüchte dieser so krank gewordenen Gesellschaft; nur lieb und gut können sie sein und dargestellt werden. Wahre Heilsbringer hatte man uns angekündigt, und alle, von den Kirchen über die Freie Wohlfahrtspflege bis hin zur Industrie wollten lauthals jubeln. Die Skeptiker hingegen galten nichts – sie waren jetzt „Dunkeldeutschland“, während „Lichtdeutschland“ sich in seiner moralischen Vollkommenheit herumwälzen wollte. Dann kamen die verstörenden Kriminalfälle, die aggressive Massengrapscherei von der Kölner Domplatte, die Vergewaltigungen, Morde an Maria Ladenburger und anderen (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Mordfall_Maria_Ladenburger). Die Öffentlichkeit begann zu ahnen, dass hier etwas gewaltig schiefgelaufen war. Junge Frauen wie ein Papiertaschentuch wegzuwerfen, war hier nicht üblich. Mit dem Messer auf Unschuldige und Unbeteiligte loszugehen war nicht üblich; vor solchen schockierenden Unberechenbarkeiten war unser Land zumindest gefühlt einigermaßen sicher gewesen. Es schälte sich heraus, dass man es offenbar nur zu einem geringen Teil mit der kultivierten und wirklich politisch verfolgten Elite der Migranten-Herkunftsländer zu tun hatte. Man adaptierte sich: Plötzlich galt auch Armut, wo nicht Klimawandel, schon als legitimer Grund, sich hier illegal aufzuhalten; auch Schwulen- oder Lesbeneigenschaft wurden interessant, denn jemand verdiente schließlich an diesem Schutzrummel. Alle waren irgendwie traumatisiert und therapiebedürftig, und auch dieses Geschäft hat mit Sicherheit jemand gemacht. Dann war die Liebesaffäre mit den Migranten, die im Übrigen zuvorderst wohl das deutsche Ego hatte stärken sollen, plötzlich vorbei, und die Leute wurden still verteilt, wurden räumlich verteilt, waren plötzlich in den hintersten Winkeln der Landkarte präsent, wurden in den allgemeinen Versorgungssystemen anonymisierter Bedarf. Wir sollten sie nicht mehr wahrnehmen.
Und dennoch: Für wie wertlos muss ein Mensch die hiesige Gesellschaft halten, wenn er sich nach vier Jahren Deutschland bemüßigt fühlt, seine persönlichen Schwierigkeiten mit dieser Gesellschaft (Jobverlust, Beziehungsverlust) mit dem MESSER gegen diese Gesellschaft und ihre zufällig anwesenden Mitglieder zu kehren. Dann heißt es, diese Menschen seien krank, wenn sie Amok laufen. Das Kranksein sei in diesem merkwürdigen Muster plötzlich die Norm. In Wahrheit: Die Gesunden macht man hier krank und erklärt sie zu Außenseitern - während man die nicht kompatible Abweichung, Leute, die hier offenbar nicht her passen und mit ihrer unberechenbaren Gewalttätigkeit hier auch nichts zu suchen haben, als Kranke behandelt. Die Umstände, mit denen sie nicht zurechtkommen und auf Unschuldige losgehen, sind durchaus Umstände, die für den Mitteleuropäer zum (leider) normalen Lebensrisiko gehören - und mit denen wir zurechtkommen, ohne solche Narzissten sein zu dürfen, dass wir anderer Menschen Leben zerstören. Wir wollen auch nicht so sein. Bei uns, da bin ich mir sicher, fände man keine mildernde oder relativierende Rechtfertigung. Man hat politisch grottenfalsch gehandelt. Und nun stiehlt sich die Politik, die en masse abschieben sollte, sich selbst aus der Verantwortung. Die unerklärliche (oder mit ewigem Trauma erklärte) „psychische Störung“ erscheint rettend wie ein Deus ex Machina. Irgendeine unvorhersehbare Krankheit soll Schuld sein, wenn ein ermüdendes Muster vorliegt, wenn kulturfremde junge Männer unsere Gesellschaft als eine Art Schafherde betrachten und an ihr handeln wie sie wollen und sich in ihrem Narzissmus dazu berechtigt fühlen – weil wir es zulassen. Es sind schon zu viele davon, als dass sie kein Muster bildeten.
Ihr
Emil Sänze









